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Glossar

Wirtschaftsbegriffe, einfach erklärt.

Von EPU bis Nachbemessung — alle wichtigen Begriffe rund um Gründung, Steuern und Sozialversicherung in Österreich. Verständlich, kurz und mit Links zu unseren Tools.

Aktualisiert: 18. März 2026

Rechtsformen

Rechtsformen

EPU

Ein-Personen-Unternehmen

Die einfachste Unternehmensform in Österreich. Du bist alleiniger Inhaber, es gibt kein Mindestkapital und keine Bilanzierungspflicht bis 700.000 € Umsatz. Dafür haftest du mit deinem gesamten Privatvermögen.

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GmbH

Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Die beliebteste Kapitalgesellschaft in Österreich. Stammkapital: 35.000 € (davon mind. 17.500 € bei Gründung). Dein Privatvermögen ist geschützt — du haftest nur mit der Einlage. Doppelte Buchhaltung ist Pflicht.

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OG

Offene Gesellschaft

Personengesellschaft für zwei oder mehr Gründer. Kein Mindestkapital, aber alle Gesellschafter haften unbeschränkt und solidarisch — jeder für alles. Firmenbucheintrag erforderlich.

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KG

Kommanditgesellschaft

Wie die OG, aber mit zwei Rollen: Der Komplementär haftet unbeschränkt und führt das Unternehmen. Der Kommanditist haftet nur mit seiner Einlage — ideal für stille Beteiligungen.

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Stammkapital

Mindestkapital einer GmbH

Das Stammkapital einer GmbH in Österreich beträgt 35.000 €, wovon mindestens 17.500 € bei der Gründung eingezahlt werden müssen. Es dient als Haftungsgrundlage und wird im Firmenbuch eingetragen.

GmbH vs. EPU

Komplementär

Unbeschränkt haftender Gesellschafter einer KG

Der Komplementär führt die KG und haftet unbeschränkt mit seinem gesamten Privatvermögen. Er ist SVS-pflichtig und hat volle Geschäftsführungsbefugnis. Im Gegensatz zum Kommanditist, der nur mit seiner Einlage haftet.

OG vs. KG

Kommanditist

Beschränkt haftender Gesellschafter einer KG

Der Kommanditist haftet nur bis zur Höhe seiner Einlage — sein Privatvermögen ist geschützt. Er hat kein Recht zur Geschäftsführung und ist nur bei aktiver Mitarbeit SVS-pflichtig. Ideal für stille Investoren.

OG vs. KG

GmbH & Co KG

KG mit einer GmbH als Komplementär

Eine verbreitete Konstruktion: Die GmbH übernimmt die Rolle des unbeschränkt haftenden Komplementärs. Dadurch haftet effektiv niemand persönlich — die Haftung ist auf das GmbH-Stammkapital und die Kommanditeinlagen beschränkt.

GmbH vs. KG

Solidarhaftung

Jeder Gesellschafter haftet für alles

Bei der OG haften alle Gesellschafter solidarisch — ein Gläubiger kann die gesamte Schuld bei jedem einzelnen Gesellschafter einfordern, unabhängig von dessen Gewinnanteil. Der Gesellschafter kann sich dann intern an die anderen wenden.

OG vs. KG

Sozialversicherung

Sozialversicherung

SVS

Sozialversicherung der Selbständigen

Die Pflichtversicherung für alle Gewerbetreibenden in Österreich. Umfasst Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung. Beiträge richten sich nach dem Gewinn — mit Mindest- und Höchstbeitragsgrundlage.

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GSVG

Gewerbliches Sozialversicherungsgesetz

Regelt die Sozialversicherung für Gewerbetreibende, Gesellschafter und Freiberufler. Bildet die Grundlage für die SVS-Pflichtversicherung und die Beitragsberechnung.

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Mindestbeitragsgrundlage

MBG — Minimale Berechnungsbasis für SVS-Beiträge

Selbst wenn dein Gewinn unter der MBG liegt, zahlst du SVS-Beiträge auf Basis dieses Mindestbetrags (2026: ca. 551 €/Monat). Für Neugründer gilt diese als vorläufige Basis — die Nachbemessung erfolgt später.

SVS-Beitragsrechner

Nachbemessung

Nachträgliche Anpassung der SVS-Beiträge

Neugründer zahlen zunächst vorläufig auf Basis der Mindestbeitragsgrundlage. Wenn der Einkommensteuerbescheid vorliegt, berechnet die SVS die tatsächlichen Beiträge nach — du zahlst nach oder bekommst eine Gutschrift.

Opting-in

Freiwillige Krankenversicherung bei der SVS

Selbständige unter der Versicherungsgrenze können sich freiwillig bei der SVS krankenversichern (Opting-in). Das kostet den halben KV-Beitragssatz und kann innerhalb von 6 Monaten nach Beginn der Tätigkeit beantragt werden.

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Aufwertungszahl

Inflationsanpassung für SVS-Beitragsgrundlagen

Die SVS passt die vorläufige Beitragsgrundlage jährlich mit der Aufwertungszahl an die Inflation an. Für die Berechnung 2026 wird das Einkommen aus 2023 herangezogen und mit dieser Zahl multipliziert.

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Förderungen

Förderungen

NeuFöG

Neugründungsförderungsgesetz

Befreit Neugründer von verschiedenen Gebühren: Stempelgebühren, Gerichtsgebühren für Firmenbuch, Grunderwerbsteuer und bis zu 12 Monate Lohnnebenkosten. Die Bestätigung holst du beim WKO-Gründerservice.

Gewerbeanmeldung

AWS

Austria Wirtschaftsservice

Die Förderbank des Bundes. Vergibt Zuschüsse, Garantien und Beteiligungen an Gründer und KMU — darunter den Gründungsfonds, Preseed und Seedfinancing.

FFG

Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft

Fördert Forschung, Technologie und Innovation in Österreich. Das Basisprogramm deckt bis zu 50 % der Projektkosten für F&E-Vorhaben.

Gewerbeanmeldung

Gewerbeanmeldung

GISA

Gewerbeinformationssystem Austria

Das zentrale Register aller Gewerbetreibenden in Österreich. Nach der Gewerbeanmeldung wirst du automatisch eingetragen — das ersetzt den früheren Gewerbeschein.

Gewerbeanmeldung

Freies Gewerbe

Gewerbe ohne Befähigungsnachweis

Gewerbe, das keinen speziellen Nachweis (Meisterprüfung, Studium) erfordert. Du kannst sofort nach der Anmeldung mit der Tätigkeit beginnen. Beispiele: IT-Dienstleistungen, Unternehmensberatung, Handel.

Gewerbeanmeldung

Reglementiertes Gewerbe

Gewerbe mit Befähigungsnachweis

Gewerbe, das einen Befähigungsnachweis erfordert — z.B. Meisterprüfung, Studienabschluss oder mehrjährige Berufserfahrung. Beispiele: Baumeister, Elektrotechnik, Gastgewerbe, Kosmetik.

Gewerbeanmeldung

Firmenbuch

Öffentliches Register aller Unternehmen in Österreich

Das Firmenbuch ist das zentrale Unternehmensregister Österreichs, geführt von den Landesgerichten. GmbH, OG und KG müssen eingetragen werden. EPU nur ab 700.000 € Umsatz. Jeder kann das Firmenbuch online einsehen.

Gewerbeschein

Nachweis der Gewerbeberechtigung (veraltet)

Seit der Einführung des GISA (Gewerbeinformationssystem Austria) wird kein physischer Gewerbeschein mehr ausgestellt. Die Berechtigung wird digital im GISA vermerkt und kann online abgefragt werden.

Gewerbeanmeldung

Steuern

Steuern

KöSt

Körperschaftsteuer

Die Einkommensteuer für Kapitalgesellschaften (GmbH, AG). In Österreich beträgt die KöSt 23 % auf den Gewinn. Bei Gewinnausschüttung kommt zusätzlich 27,5 % KESt hinzu.

KESt

Kapitalertragsteuer

Steuer auf Kapitalerträge (Dividenden, Zinsen). Beträgt in Österreich 27,5 %. Wird bei GmbH-Ausschüttungen zusätzlich zur KöSt fällig — das ergibt eine Gesamtbelastung von ca. 45,6 %.

Kleinunternehmerregelung

USt-Befreiung bis 35.000 € Umsatz

Unternehmer mit einem Jahresumsatz bis 35.000 € (netto) sind von der Umsatzsteuer befreit. Du stellst keine USt in Rechnung, darfst aber auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen.

Vorsteuerabzug

Rückerstattung der bezahlten Umsatzsteuer

Unternehmer, die umsatzsteuerpflichtig sind, können die USt, die sie auf Einkäufe zahlen (Vorsteuer), vom Finanzamt zurückfordern. Kleinunternehmer (bis 35.000 € Umsatz) haben keinen Vorsteuerabzug.

Umsatzsteuer (USt)

Mehrwertsteuer in Österreich — 20 %, 13 % oder 10 %

Die USt beträgt regulär 20 %. Ermäßigte Sätze: 13 % (z.B. Beherbergung) und 10 % (z.B. Lebensmittel, Bücher). Unternehmer stellen USt in Rechnung und führen sie ans Finanzamt ab, nach Abzug der Vorsteuer.

Einkommensteuer (ESt)

Progressive Steuer auf Einkünfte natürlicher Personen

In Österreich gilt ein progressiver Steuertarif von 0 % bis 55 %. Die ersten 12.816 € (2026) sind steuerfrei. EPU-Inhaber und Gesellschafter von Personengesellschaften zahlen ESt auf ihren Gewinn.

Buchhaltung

Buchhaltung

E/A-Rechnung

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

Vereinfachte Buchführung für EPU und Personengesellschaften bis 700.000 € Umsatz. Du erfasst nur Einnahmen und Ausgaben — keine doppelte Buchhaltung, kein Jahresabschluss.

Bilanzierungspflicht

Pflicht zur doppelten Buchhaltung

Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) sind immer bilanzierungspflichtig. Einzelunternehmen und Personengesellschaften erst ab 700.000 € Jahresumsatz (in zwei aufeinanderfolgenden Jahren) oder ab 1.000.000 € in einem Jahr.

Registrierkassenpflicht

Elektronische Aufzeichnung von Barumsätzen

Ab 15.000 € Jahresumsatz und 7.500 € Barumsatz müssen Betriebe in Österreich eine elektronische Registrierkasse verwenden. Die Kasse muss mit einer Signaturerstellungseinheit ausgestattet und beim Finanzamt registriert sein.

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